Mindfulness (c) Rosa Didonna, Katharina Schöller & Sarah Thiem

Well-Being an der Hochschule

Well-Being ist das, wonach wir alle streben. Dabei geht es nicht nur um die Abwesenheit von Krankheit, sondern um die Existenz von etwas Positiven. Well-Being gilt als so zentral, dass die WHO es sogar als eines der wichtigsten Ziele definiert hat. Allerdings ist der Begriff schwer zu fassen, denn Well-Being gestaltet sich für jeden Menschen anders. Die identischen Umstände führen also nicht dazu, dass sich jede/r gleich fühlt. Landshuter Studierende des Studiengangs „Neue Medien und interkulturelle Kommunikation“ haben sich in einer Ausstellung diesem komplexen Thema gewidmet und hierfür ganz unterschiedliche Perspektiven und Medien genutzt.

Mindfulness (c) Rosa Didonna, Katharina Schöller & Sarah Thiem

Schon immer mag Well-Being Ziel des Menschen gewesen sein, doch mehr denn je begegnet uns das Thema in Ratgebern, Workshops und zahlreichen Social Media Kanälen. Well-Being ist eines der großen Themen unserer Zeit.

„Das ist […] der Herren eigener Geist, in dem die Zeiten sich bespiegeln“ zitieren die Studierenden Laura Schwarz und Anna Walpetinger Goethe. In ihrer „Zeitgeist“ betitelten Arbeit, einem Daumenkino, fallen Worte wie Schatten auf Gesichter. Man liest „Loyalität“, „Innovation“ oder „Emanzipation“, aber auch „Homophobie“, „Rassismus“ oder „Klimakrise“ – Worte, die einer empirischen Erhebung der Studierenden zufolge unseren Zeitgeist widerspiegeln.

Aus dem Daumenkino „Zeitgeist“, (c) Laura Schwarz und Anna Walpetinger

Mit konkreteren Gefühlen beschäftigt sich zum Beispiel die Arbeit von Teresa Kurscheid: Hier geht es um Ursachen und Folgen sozialer Isolation. Um das Gefühl der Abschirmung zu visualisieren, wählt sie eine schwarzen Schirm als Installation, unter dem verschiedene Fotos an Bändern baumeln. Auf den Bildern sieht man arme Menschen, alte, gemobbte – aber auch soziale Isolation durch Social Media wird in der Arbeit angesprochen.

The Beauty Standard (c) Lueje Da Paixao Ngoma Nzita, Aida Herauf & Annelisse Mendoza Lazo

Dem Thema „Social Media“ ist auch die Arbeit von Aida Herauf, Annelisse Mendoza Lazo und Lueje Da Paixao Ngoma Nzita gewidmet. Darf es noch etwas Botox und noch ein Beauty-Filter sein? Zu oft hängt das Selbstwertgefühl am Feedback und sozialen Vergleich, dem man sich, wie Studien gezeigt haben, nicht einmal entziehen kann, wenn man genau weiß, dass Menschen online meist nur das Beste von sich preisgeben.

Lena Bachleitner untersucht ebenfalls den Einfluss unserer typischen Mediennutzung auf das Well-Being. In ihrer Collage geht es um den roten Faden „Bildschirmzeit“, der sich durch unseren Alltag zieht und uns vielleicht vom Wesentlichen ablenkt. Johanna Goettlers Langzeitbelichtungen unter dem Titel „Blurred in Society“ verbildlichen, wie uns allgegenwärtige Medien vom Kontakt zur Außenwelt abschneiden.

Bildschirmzeit (c) Lena Bachleitner

Auch konkrete psychische Störungen haben Studierende sich als Thema gewählt und damit insbesondere ein Vermittlungsinteresse verbunden, etwa bei Christine Jilgs Comic, der nicht-Betroffenen vor Augen führt, wie sich Misophonie anfühlt. Ein blumiges Gesicht, dahinter ein dunkler Kerker – auch Kerstin Pietzuch möchte in ihrem Werk Aufklärungsarbeit leisten, ebenso wie eine weitere Studentin, die mit ihren Collagen auf Zwangsstörungen hinweist. Bilder können oft komprimierter und emotional ansprechender wirken, so dass sie derartigen Themen besonders angemessen erscheinen.

Depression (c) Kerstin Pietzuch

Sophia-Analena Pownuks Werk „Frei durch Kunst“ geht einen Schritt weiter: Sie betrachtet die Therapie, speziell die Hilfe, die Kunsttherapie bieten kann, um das Well-Being positiv zu beeinflussen.

Dieser Effekt betrifft auch den ein oder anderen Studierenden: Ein positives Gefühl, dass sich in der kreativen Arbeit selbst einstellt. In der Psychologie wurde dies unter dem Stichwort „Flow“ bekannt, aber auch das gerade viel diskutierte Konzept der Achtsamkeit weist in diese Richtung. Behandelt wird es in einer mit eigenen Fotos bestückten Broschüre von Rosa Didonna, Katharina Schöller und Sarah Thiem.

In diesem Sinne erfüllte die Ausstellung zwei Aufgaben: Das Well-Being der künstlerisch aktiven Studierenden zu fördern und Erkenntnisse über Themen zu verbreiten, die für unser aller Well-Being relevant sind. Zu sehen ist die Ausstellung im Foyer des C-Gebäudes.

Frei durch Kunst (c) Sophia-Analena Pownuk

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